Der Einstieg in eine Führungsfunktion: Skill Gaps erkennen und schliessen
Der Schritt in eine Führungsposition markiert einen wichtigen Abschnitt in der eigenen beruflichen Entwicklung und bringt neue Herausforderungen mit sich. Häufig sehen sich Personen in neuen Führungspositionen mit einer Lücke zwischen bestehenden Fähigkeiten und den Anforderungen der neuen Funktion konfrontiert – einem sogenannten Skill Gap. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Führungskompetenzen nicht allein durch Erfahrung oder Talent entstehen, sondern gezielt entwickelt werden müssen.
Die Schweizer Arbeitswelt befindet sich im Wandel. Dieser zeigt sich unter anderem in der Vielzahl an Start-ups sowie wachstumsorientierten Unternehmen, in denen Strukturen häufig dynamisch und Hierarchien flach sind. In diesem Umfeld ergeben sich für Mitarbeitende vermehrt Möglichkeiten, frühzeitig Verantwortung zu übernehmen und sich beruflich weiterzuentwickeln. Mit zunehmender Verantwortung steigen auch die Anforderungen an Fach- und Führungskompetenzen. In diesem Zusammenhang kann ein sogenannter Skill Gap entstehen.
Was ist der Skill Gap?
Der Begriff Skill Gap beschreibt die Lücke zwischen den Kompetenzen, die in einer Funktion gefragt sind, und den Fähigkeiten, die aktuell vorhanden sind. Diese Lücke entsteht häufig, wenn Fachpersonen in eine Führungsrolle hineinwachsen oder sich Anforderungen im Arbeitsumfeld verändern. Auch erfahrene Führungskräfte sind davon betroffen: Neue Arbeitsformen wie hybride Teams oder der Einsatz digitaler Technologien erhöhen die Anforderungen. Typische Hinweise auf entsprechende Kompetenzlücken zeigen sich im Führungsalltag, etwa in Unsicherheiten bei der Entscheidungsfindung, in einer starken operativen Einbindung im Sinne von Mikromanagement oder in einer eingeschränkten Fähigkeit, aktiv zuzuhören.
Wie lässt sich ein Skill Gap erkennen?
Für Personen in einer Führungsfunktion ist es nicht immer einfach, die eigenen Schwächen klar zu benennen. Eine fundierte Einschätzung bietet der Einbezug unterschiedlicher Perspektiven. Rückmeldungen von Vorgesetzten, vom eigenen Team oder von erfahrenen Fachpersonen tragen dazu bei, Stärken und Entwicklungsfelder differenziert zu erfassen. Voraussetzung dafür ist eine offene Feedbackkultur sowie die Bereitschaft, auch kritische Rückmeldungen aufzunehmen. Ergänzend unterstützt regelmässige Selbstreflexion dabei, Unsicherheiten zu erkennen und wiederkehrende Herausforderungen sichtbar zu machen.
Auch ein Vergleich mit aktuellen Anforderungen an ähnliche Führungsfunktionen kann Hinweise auf bestehende Kompetenzlücken geben. Ein Beispiel dafür ist das Prüfen von Skills, die in Stellenausschreibungen für Führungskräfte in einer ähnlichen Position gefordert sind. Eine weitere Möglichkeit zur Identifikation eines Skill Gaps bietet die Arbeit mit einer Skill-Matrix. Sie stellt die Anforderungen einer Funktion den vorhandenen Kompetenzen gegenüber und macht Abweichungen systematisch sichtbar.
Den Skill Gap schliessen
Ist der eigene Skill Gap identifiziert, kann die Weiterentwicklung gezielt darauf ausgerichtet werden:
- Die wichtigsten Skills priorisieren
Als erster Schritt sollen die Kompetenzfelder in den Vordergrund gestellt werden, die für die Führung von Mitarbeitenden am relevantesten sind. Grundlage für die Gewichtung bildet die Frage, in welchen Bereichen aktuell die grösste Verantwortung liegt. - Den Austausch im Team fördern
Der Austausch im eigenen Team sowie mit weiteren Bezugspersonen kann beim Prioritäten setzen unterstützen. Rückmeldungen aus dem unmittelbaren Arbeitsumfeld geben Hinweise darauf, welche Fähigkeiten im Führungsalltag besonders relevant sind und wo aktuell der grösste Entwicklungsbedarf besteht. Ergänzend kann die Begleitung durch eine Mentorin oder einen Mentor den Lernprozess unterstützen, insbesondere durch gezieltes Feedback zu spezifischen Kompetenzen. - Eigene Lernziele setzen
Klar definierte Lernziele schaffen Orientierung im Kompetenzaufbau. Sie helfen, die Entwicklung einzelner Kompetenzen zu strukturieren und Fortschritte zu erkennen. Eine differenzierte Beschreibung der angestrebten Kompetenzen sowie ein zeitlicher Rahmen unterstützen die gezielte Umsetzung. Ergänzend trägt der kontinuierliche Einbezug von Rückmeldungen aus dem beruflichen Umfeld dazu bei, den Lernprozess zu reflektieren und weiterzuentwickeln. - Lernformate gezielt nutzen
Kurze, fokussierte Lerneinheiten in Form von Online-Angeboten schaffen die Grundlage, Wissen gezielt zu vertiefen. Gerade im beruflichen Alltag mit begrenzten zeitlichen Ressourcen gewinnen solche Formate an Bedeutung. Sie lassen sich flexibel in den Arbeitsalltag integrieren.
Leadership-Skills gezielt ausbauen
Die bewusste Weiterentwicklung der eigenen Führungskompetenz ist eine zentrale Voraussetzung für ein funktionierendes Team und einen reibungslosen Arbeitsprozess. Weiterbildungen unterstützen dabei, Leadership-Kompetenzen systematisch zu vertiefen und die eigene Führungspersönlichkeit gezielt weiterzuentwickeln. Eine regelmässige Reflexion der eigenen Fähigkeiten und Anforderungen schafft die Grundlage, den Skill Gap langfristig zu reduzieren und die Führungsrolle wirksam auszugestalten.
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